Ausnahmezustand - aber das Leben geht weiter


Am Abend des 23. März erklärte der senegalesische Staatschef Macky Sall einen voerst unbefristeten Ausnahmezustand für das ganze Land. 

Es gibt seit dem 2. März bis heute (20.05.20) 2.617 positiv getestete Personen. 1.453 sind derzeit noch in Behandlung.  30 Menschen sind (laut WHO) bereits gestorben und 1.133 sind bereits genesen.

 

Der Flughafen wurde gesperrt und der Flugverkehr für In- und Ausland eingestellt.

Somit platzte unsere geplante Projektreise im April. Wir haben unser Vorhaben auf Herbst verschoben nd hoffen, dass die Grenzen im September wieder offen sind.

 

Weitere Maßnahmen, wie eine Ausgangssperre zwischen 20.00 Uhr am Abend bis 6:00 Uhr Früh wurden verhängt und alle privaten sowie öffentlichen Versammlungen waren schon davor verboten.

Sogar das Beten in den Moscheen wurde untersagt.

 

Die Schulen und Universitäten wurden geschlossen und auch die Bars und Restaurants müssen sich an die Bestimmungen halten.

Der Markt hat eine eingeschränkte Öffnungszeit und die Straßen sind nur erschwert befahrbar. Weniger Mitfahrer in Bus und Taxis und LKW Transporte nur mit schriftlicher Genehmigung.

 

Die Menschen in MBalling sind verunsichert und wissen nicht genau, wie sie mit dieser, für sie neuen Situation umgehen sollen. Für viele Menschen sind die Einschränkungen ein exitenzielles Problem. Doch wer sich nicht dran hält, dem drohen hohe Geldstrafen bis zu 2 Jahren Gefängnis.

 

 

Abstand und Händewaschen sei das Wichtigste

 

Nur wenige Grundstücke haben einen direkten Wasseranschluß und wenn, dann oft abgedreht, weil die monatlichen Kosten nicht bezahlt werden können. Die meisten holen sich das Wasser vom Brunnen oder der nächstmöglichen Wassersäule. Da wird der tägliche Bedarf dann Kanisterweise bezahlt.

 

Viel zu viele Menschen leben auf engstem Raum. Wenn sich drei Generationen ein Zimmer teilen ist ein Abstand nicht möglich.

 

Schutzmasken gibt es viel zu wenige und Desinfektionsmittel sind für die Menschen im Dorf viel zu teuer. Traditionsgemäß essen auch alle aus einer gemeinsamen Schüssel, mit der Hand.

 

Hamsterkäufe haben begonnen und die Preise der Grundnahrungsmittel gehen in die Höhe. Viele kleine Geschäfte sind bereits ganz geschlossen. In den großen Supermärkten können nur die Leute einkaufen, die es sich leisten können.

Wenn eine Reise nach Senegal nicht möglich ist, helfen wir von zu Hause aus.


Lebensmittel für MBalling

Vorräte haben die meisten Familien in MBalling keine.

Sie leben von der Hand in den Mund und haben oft nicht mal einen Kühlschrank.

 

Ein 50 Kg Sack Reis plus 5l Öl im Kanister kostet in Senegal 16.000 FCFA / € 25,- und reicht je nach Größe der Familie ca 2 Wochen.

 

DIE ERSTE AKTION

Durch eine erfolgreiche Spendenaktion über Facebook sowie über unseren Emailverteiler konnten wir bereits nach kurzer Zeit um  7.650,- Euro insgesamt 12,5 Tonnen an Reis, 1.250 Liter Öl und 500 Seifen kaufen.

Die Lebensmittel wurden durch unsere Mitarbeiter, an insgesamt 250 Familien (die wir persönlich kennen) in MBalling verteilt.

 

Um bei der Abholung ein Gedränge zu vermeiden, durften maximal 2 Familienmitglieder vorbeikommen. Alles lief ruhig und ohne Probleme ab. Die Familien haben sich sehr darüber gefreut.

 

Auch das Lager für den täglichen Bedarf in unserer Lepraküche wurde wieder aufgefüllt, um ein kontinuierliches Zubereiten des Essens für die Leprakranken aufrecht erhalten zu können.

 

WIR DANKEN ALLEN SPENDERN, DIE SICH BEI DIESER AKTION BETEILIGT HABEN!!!



 

DIE ZWEITE AKTION

Eine Gruppe engagierter Jugendlicher aus MBalling haben sich vorgenommen ihrem Dorf zu helfen.

Sie sammelten in MBalling und Umbgebung Spenden für Lebensmittel.

Über Facebook wurden wir darüber informiert und haben Kontakt aufgenommen.

Wir haben diesen tollen Einsatz mit einer Spende von 1.100 Euro unterstützt und konnten dadurch, eine Woche nach der ersten Verteilung, weitere 50 LM Pakete dem Dorf zukommen lassen.



SCHUTZMASKEN fÜR ALLE

Die in Senegal vorhandenen Schutzmasken werden logischerweise zuerst im medizinischen Bereich eingesetzt

In MBalling leben die Menschen auf engstem Raum beisammen. Drei Generationen schlafen praktisch nebeneinander oder zum Teil auf einer Matratze.

Die Gefahr die Mitbewohner, oder auch Nachbarn anzustecken ist enorm groß. Eine räumliche Trennung ist nicht möglich.


DIE DRITTE AKTION

 

Da unser Verein "Wissen macht Stark" in MBalling eine Nähschule leitet und wir zur Zeit 47 Mädchen zur Schneiderin ausbilden, haben wir am 10.04. mit Ousmane unserm Schneidermeister die Möglichkeiten einer großen Nähaktion durchgesprochen.

Gemeinsam haben wir überlegt, wie wir dieses Projekt zu dieser Zeit realisieren können.

 

Elf Mädchen waren trotz Schulschließung  bereit mitzumachen und kamen täglich in die Schneiderei, um für die Menschen in MBalling Schutzmasken zu nähen. Weitere Schülerinnen halfen zeitweise beim Zuschnitt, oder beim Einziehen der Gummis.

Gearbeitet wurde natürlich unter Einhaltung des nötigen Sicherheitsabstandes.

 

Bereits eine Woche später haben sich sieben weitere Schneider aus MBalling gemeldet, um sich an dieser Aktion freiwillig zu beteiligen.

Jede Hand war wichtig, denn die Masken wurden dringend benötigt.

 

Das Material wurde teils in Mbour gekauft. Viele der Stoffrollen, die wir im Container nach Senegal verschifften, konnten ebenfalls für diese Aktion verwendet werden.

 



 

 

 

Jede Person ab dem 5. Lebensjahr sollte eine Maske erhalten und jeder Haushalt eine Flasche Desinfektionsmittel, sowie ein Chlorhaltiges Waschmittel.

 

Wir brauchten die Größen und die Anzahl der Masken.

So hatte uns in der Zwischenzeit eine Gruppe neun junger Leute geholfen, um im Dorf die Anzahl der Menschen/Familien zu eruieren. MBalling besteht aus insgesamt 10 Bezirken.

 

In jedem Haus wurde die Anzahl der Personen sowie das Alter notiert. Das Alter wurde in drei Kategorien aufgeschrieben. 5-10 Jahre, 13-19 Jahre und ab 20 Jahre.

Diese Aufgabe hat über eine Woche gedauert.

 

Resultat: In MBalling gibt es derzeit 640 Familien und insgesamt 6.214 Einwohner ab dem 5. Lebensjahr.



Kosten "Herstellung und Materialkauf"

 

Die Materialkosten für 6.400 Masken kamen auf 678,- Euro

Der Kauf von 640 Flaschen Desinfektionsmittel kam auf 678,- Euro

Der Kauf von 640 Chlorwaschmittel kam auf 965,- Euro.

Die Schutzmasken, Wachmittel und Desinfektion wurden bereits alle im Dorf verteilt. Dazu gab es eine bildliche Erklärung über die Anwendung von Desinfektionsmittel, sowie die richtige Pflege/Reinigung der Masken.

Wir danken allen Spendern die über Facebook sowie direkt gespendet haben sowie dem Land Vorarlberg für die Unterstüztung dieser Aktion.